Liebe Mitglieder unserer Pfarrgemeinde,
liebe Leserinnen und Leser unseres Pfarrbriefs,
am Weltfrauentag, dem 8. März, haben wir im Gottesdienst eine Rose am Marienaltar aufgestellt für Maria, die starke Frau des Glaubens, und in Dankbarkeit für alle Frauen unserer Familien und Gemeinden. Eigentlich wäre die Rose längst verwelkt. Doch diese eine blüht nun seit zwölf Wochen.
Maria und die Rose, das passt gut, denn seit alter Zeit wurde die Gottesmutter mit einer Rose verglichen. Als die von Gott Erwählte wurde das Wort aus dem Hohenlied „Wie eine Rose in Jericho blühte ich“ (Sir 24,14) auf sie gedeutet. In der Lauretanischen Litanei wurde ihr der Titel „Rosa mystica“ gegeben. In Marienliedern wird sie als „reinste Rose“ oder als „edler Rosengart“ besungen. Die Rose ist Zeichen der Liebe und Zartheit, aber mit ihren Dornen auch ein Bild für Leid. Dies passt zu Maria: Sie ist die schönste „Blüte“ der Menschheit, aus der Christus hervorgegangen ist, und zugleich kennt sie Leid und Schmerz.
Dass unsere Rose gerade bis Pfingsten weiterblüht, ist ein schönes Zeichen. In manchen Kirchen regnen am Pfingstsonntag Rosenblüten von der Decke, um die Herabkunft des Heiligen Geistes in Gestalt der Feuerzungen darzustellen, der die Apostel gestärkt und in alle Welt gesandt hat: Wo der Geist Gottes wirkt, dort blüht Neues auf: Hoffnung nach Zeiten der Sorge, Vertrauen nach Enttäuschung, Freude mitten im Alltag.
So wünsche ich Ihnen zum Pfingstfest, dass Gottes Geist auch Sie stärkt und Ihrem Leben immer wieder neue Blüte schenkt.
Ihr Pfarrer Konrad Maria Bestle
